Kristiina & Volker
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Gipfel-Message vom 04.01.2008


Thema:
Wir müssen Gott bitten!


Eigentlich wollte ich die Message “Wir dürfen Gott bitten” nennen, aber bei der Vorbereitung kam heraus, dass es eigentlich “Wir müssen Gott bitten” heißen muss.

Über das Bitten gibt es wahrscheinlich unendlich viel Wissenswertes zu sagen, insbesondere auch was den Inhalt der Gebete angeht. Natürlich ist es nicht egal, was wir bitten. Viele Gebete machen einfach keinen Sinn. Aber ich gehe davon aus, dass wir alle einigermaßen sinnvolle Gebetsanliegen vor Gott bringen wollen und können.

Ich will das Thema, welche Gebete sinnvoll sind und welche nicht heute nicht eingehend beleuchten, um es aber doch kurz sagen: Ich denke, ein Gebet ist immer dann sinnvoll, wenn es um Gottes Reich und um Gottes Willen geht. Und für wesentliche Bereiche von Gottes Willen halte ich, dass Menschen zum ewigen Leben gerettet werden, dass Kranke geheilt werden und das Bedürftige versorgt werden.

Als Jesus umherzog, tat er natürlich Gottes Willen. Dabei predigte er, er vergab Menschen ihre Schuld, er heilte die Kranken und sorgte dafür, dass sie Essen auf dem Tisch hatten. Deshalb glaube ich, dass solche Anliegen immer dem Willen Gottes entsprechen und dass wir für Anliegen in diesen Bereichen getrost bitten dürfen – ja, und dass Gott sogar unbedingt will, dass wir ihn für solche Anliegen bitten.

Die Message heute richtet sich nun vor allem an die, die ein bislang unerfülltes Gebetsanliegen haben.

Ich möchte deshalb euch einen Moment lang Zeit geben, damit sich jeder kurz vor Augen hält, was er in den letzten Wochen, Monaten, vielleicht auch Jahren, als Anliegen vor Gott gebracht hat, aber wo Gott bislang nichts tat oder keine Antwort gegeben hat.

(PAUSE)

Ich möchte euch nun mit der Message schlicht und einfach Mut machen, an euren Anliegen dran zu bleiben und beim Beten nicht aufzugeben.

Die Bibel sagt durch viele Texte, Beispiele und Bilder, dass ausdauerndes Gebet wichtig ist. Drei Texte möchte ich euch dazu vorstellen.

Zunächst eine Geschichte über Abraham und die Stadt Sodom. Die Einwohner von Sodom taten schlimmes Unrecht und Gott hatte beschlossen, die Stadt zu zerstören. Das ging Abraham jedoch sehr nahe, denn sein Neffe Lot lebte in Sodom.

1. Mose 18, 23-32  Abraham handelt Gott für Sodom runter

Abraham trat näher heran und fragte: «Willst du wirklich Unschuldige und Schuldige zusammen vernichten? 24 Vielleicht findest du ja fünfzig Leute in der Stadt, die nichts Böses getan haben und dir dienen. Willst du die Stadt nicht um ihretwillen verschonen? 25 Es wäre unrecht von dir, Sodom ganz zu vernichten! Denn dann tötest du ohne Unterschied den Schuldlosen und den Schuldigen und behandelst beide gleich. Das wäre nicht recht! Du bist der Richter der ganzen Welt und willst gegen die Gerechtigkeit verstoßen?» 26 Da erwiderte der Herr: «Wenn ich in Sodom fünfzig Unschuldige finde, werde ich um ihretwillen den ganzen Ort verschonen.» 27 Abraham aber ließ nicht locker: «Ich habe es nun einmal gewagt, mit dem Herrn zu sprechen, obwohl ich nur ein vergänglicher Mensch bin. 28 Angenommen, es gibt bloß fünfundvierzig Menschen, die kein Unrecht getan haben - willst du wegen der fehlenden fünf die ganze Stadt zerstören?» «Nein», sagte der Herr, «wenn ich fünfundvierzig finde, verschone ich die Stadt.» 29 Abraham tastete sich noch weiter vor: «Und wenn es nur vierzig sind?» Der Herr versprach: «Auch dann vernichte ich die Stadt nicht.» 30 «Bitte werde nicht zornig, wenn ich weiterrede», bat Abraham, «vielleicht gibt es nur dreißig dort?» «Selbst dann werde ich es nicht tun.» 31 Abraham setzte zum fünften Mal an: «Ich habe es nun einmal gewagt, Herr, mit dir zu reden! Angenommen, es sind nur zwanzig?» Und der Herr sprach: «Dann werde ich die Stadt trotzdem verschonen.» 32 «Mein Herr», sagte Abraham, «bitte werde nicht zornig, wenn ich zum Schluß noch einmal spreche: Was wirst du tun, wenn dort nur zehn unschuldige Menschen wohnen?» Wieder antwortete der Herr: «Die zehn werden verschont bleiben und ebenso die ganze Stadt.» 33 Nachdem er dies gesagt hatte, ging er weiter, und Abraham kehrte zu seinem Zelt zurück.


Was gibt es zu dieser Geschichte zu sagen? Zum einen ist es natürlich total spannend, wie Gott hier mit sich verhandeln lässt. Gott hat zwar einen Plan, aber der Plan scheint nicht endgültig festgelegt. Der Mensch Abraham hat gehörig Einfluss auf das Handeln Gottes. Ich denke, das sollte uns mal klar werden! Wir sind nicht einfach dem Schicksal ausgeliefert, sondern wir dürfen Einfluss nehmen auf das Geschehen in der Welt und auf Gottes Handeln. Bitte denkt daran: Wir als Christen brauchen uns nicht dem Schicksal ergeben, sondern Gott legt uns das Schicksal selbst in die Hand.

Aber die Geschichte sagt noch etwas mehr – und das ist nicht so erfreulich, finde ich. Ich muss nämlich feststellen, dass Abrahams Verhandlung mit Gott letztlich vergeblich war. Sodom wurde zerstört. Und es wurde wohl deshalb zerstört, weil sich noch nicht mal 10 Gerechte in der Stadt fanden. Und wisst ihr, was ich befürchte? Ich befüchte, dass Abraham seine Verhandlungen, also sein Gebet, zu früh beendet hat. Er ging weit, aber er ging nicht weit genug. Natürlich wäre es dreist gewesen, Gott um noch mehr zu bitten. Aber kann das ein Fehler sein? Ich glaube nicht, dass Gott Abraham irgendwelche Vorwürfe gemacht hätte, wenn er einfach weitergebetet hätte. Bitten kann man nie genug, glaube ich. Und ich befürchte, dass Abraham hier zu früh aufhörte. Und wenn dem Abraham das passieren kann, kann uns das auch passieren.


Matthäus 15, 22-28 
Die kanaanäische Frau, deren Tochter von Dämon besessen war

In der Gegend von Tyrus und Sidon begegnete Jesus eine nichtjüdische Frau, die ihn anflehte: «Herr, du Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir! Meine Tochter wird von einem bösen Geist furchtbar gequält.»23 Aber Jesus beachtete sie nicht. Seine Jünger drängten ihn: «Schick sie doch weg! Sie schreit sonst dauernd hinter uns her.» 24 Da sagte er zu der Frau: «Ich habe den Auftrag, nur denen zu helfen, die zum Volk Israel gehören.»4 25 Sie kam aber noch näher, warf sich vor ihm nieder und bettelte: «Herr, hilf mir!» Aber Jesus antwortete wieder: 26 «Es ist nicht richtig, wenn man den Kindern das Brot wegnimmt und es den Hunden vorwirft.» 27 «Das stimmt», entgegnete die Frau, «aber die kleinen Hunde dürfen doch die Krümel fressen, die vom Tisch ihrer Herren herunterfallen.» 28 Jesus antwortete ihr: «Dein Glaube ist groß. Was du erwartest, soll geschehen.» Im selben Augenblick wurde ihre Tochter gesund.


Ist das hier nicht eine verkürzte Form von dem, was wir auch so oft erleben? Schaut mal, was die Frau alles durchmacht!
1) Sie bittet, aber wird offensichtlich nicht von Jesus beachtet
2) Die Jünger bitten stellvertretend für die Frau. Es findet also Fürbitte statt – aber auch das führt nicht zum Erfolg
3) Die Frau bleibt dran. Jesus reagiert – aber negativ. Er erklärt ihr, warum er ihr nicht hilft

Findet ihr euch auch in diesen Punkten wieder? Beten hilft nicht, Fürbitte hilft nicht, oder vielleicht erhältst du sogar eine negative Antwort. Dann achte drauf - diese Geschichte geht noch weiter! Die Frau bleibt immer noch dran! Und sie fängt sozusagen an, mit Jesus zu diskutieren. Und ihr Argument ist gut. Jesus ist beeindruckt davon, wie sie dran bleibt und wie sie glaubt.

Was kann dieses Diskutieren mit Gott für uns bedeuten? Ich weiß es nicht genau. Aber ich würde heute Gott die Bibelstellen vorhalten, die er uns gegeben hat. Bibelstellen, bei denen er sagt, dass er Menschen retten will. Bibelstellen, bei denen er sagt, dass er Menschen heilen will. Und Bibelstellen, bei denen er sagt, dass er uns versorgen und Recht verschaffen will. Ich glaube, Gott wartet darauf, dass wir diese Bibelstellen entdecken, kennen und sie ihm vorhalten.

Vor allem aber können wir aus der Geschichte lernen, dass es sich lohnt, nicht aufzugeben.

Es gibt ein berühmtes Zitat von Winston Churchill, dem britischen Premierminister während des Zweiten Weltkrieges. Der sagte seinen Landsleuten in den schweren Zeiten für England, als die Nazis mehr als halb Europa überrollten:

„Gebt niemals auf! Gebt nie, nie, nie, nie, niemals auf!”.

Wie wichtig war diese Einstellung in der damaligen Zeit. Aber wie wichtig ist diese Einstellung auch, wenn es um unser Gebet geht!

Zu dieser Aussage führt uns auch der letzte Bibeltext


Lukas 18, 1-8 
Gleichnis von bittender Witwe und ungerechtem Richter

Wie wichtig es ist, Gott so lange zu bitten, bis er antwortet, machte Jesus durch ein Gleichnis deutlich: 2 «In einer Stadt lebte ein Richter, der weder Gott noch Menschen fürchtete. 3 Tag für Tag bestürmte ihn eine Witwe mit ihrer Not: 'Verhilf mir doch endlich zu meinem Recht!' 4-5 Immer wieder stieß sie bei ihm auf taube Ohren, aber schließlich verlor er die Geduld. 'Mir sind zwar Gott und die Menschen gleichgültig, aber diese Frau macht mich noch verrückt', sagte er sich. 'Wenn sie nicht ihr Recht bekommt, wird sie am Ende noch handgreiflich.'» 6 Und Jesus fügte hinzu: «Begreift ihr, was ich euch damit sagen will? 7 Meint ihr, Gott wird seine Kinder übersehen und ihnen ihr Recht versagen, wenn sie ihm Tag und Nacht keine Ruhe lassen? 8 Ich versichere euch: Er wird ihnen schnellstens helfen. Die Frage ist: Wird der Menschensohn, wenn er wiederkommt, diesen Glauben bei euch finden?»

Man beachte, die Witwe bestürmte den Richter Tag für Tag. Und Gott spricht von seinen Kindern, die ihn Tag und Nacht keine Ruhe lassen.

Weiter möchte ich auf diesen Text gar nicht eingehen, weil er für sich selbst spricht, denke ich.

Ich möchte die Message zusammenfassen und dich fragen:

Ist dir klar, dass deine Gebete dringend benötigt werden, wenn Gott dich und deine Mitmenschen retten, heilen und versorgen soll? Ich finde es in manchen Bibeltexten geradezu erschreckend zu sehen, wie viel Gott von uns selbst abhängig macht. Keine Ahnung, warum das so ist und was da in der unsichtbaren Welt abgeht. Aber offenbar braucht Gott deine Gebete, wenn er handeln soll.

Wenn du das aber erkannt hast und betest, kann es zugegebenermaßen sehr enttäuschend sein, wenn Gebete nicht erhört oder Fragen an Gott nicht beantwortet werden. Vielleicht wollen dir aber die Bibeltexte heute Abend eine Ermutigung sein, im Beten nicht nachzulassen, bis Gott handelt oder zumindest die Frage beantwortet. Dazu sollten wir nie, nie, nie, nie, niemals aufgeben!