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Gipfel-Message vom 15.02.2008

Thema:
Lecker Essen


Für die, die es nicht mitbekommen haben: Wir stecken gerade inmitten von fast 50 Tagen entbehrungsreicher Zeit. Zwischen Aschermittwoch und dem Ostermorgen halten sehr viele Christen, vor allem in den katholischen und orthodoxen Kirchen, ihre große Fastenzeit. Grund genug heute Mal über ein verwandtes Thema nachzudenken: Ernährung. Wir durchforsten die Bibel nach Versen rund ums Essen.


Was hat uns Gott zu essen gegeben?

Die erste Bibelstelle, bei der es ums Essen geht, findet sich in der Schöpfungsgeschichte:

Und Gott sprach zu den Menschen: Sehet da, ich habe euch gegeben alle Pflanzen, die Samen bringen, auf der ganzen Erde, und alle Bäume mit Früchten, die Samen bringen, zu eurer Speise.  Aber allen Tieren auf Erden und allen Vögeln unter dem Himmel und allem Gewürm, das auf Erden lebt, habe ich alles grüne Kraut zur Nahrung gegeben. Und es geschah so.   (1. Mose 1, 29+30)

Das war also Gottes ursprünglicher Ernährungsplan für uns: Vegetarisches Essen! Alles Obst und alle Pflanzen. Erheblich einseitiger war der Speiseplan für die Tiere: Alles grüne Kraut.

Der vegetarische Speiseplan blieb auch erst mal nach dem Sündenfall. Erst nach der Sintflut kam dann Fleisch auf den Tisch. Nachdem Noah und seine Familie aus der Arche ausstiegen heißt es:

Alles, was sich regt und lebt, das sei eure Speise; wie das grüne Kraut habe ich's euch alles gegeben.   (1. Mose 9,3)

Vielleicht können wir aus dieser Reihenfolge auch Prioritäten für unser Essen ableiten: Grundlage sollten Gemüse, Getreide und Obst sein, zusätzlich kann Fleisch dazu kommen.

Um euch mal vor Augen zu führen, welche Vielfalt Gott uns Menschen als Nahrung bietet, hier ein paar Fotos, die ich auf Märkten machte:


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Welch eine herrliche Vielfalt schenkt uns Gott zu essen! Es gibt so viel verschiedene Dinge zu probieren, dass wir es in diesem Leben gar nicht schaffen können.

Auch wenn es in den Gesetzestexten (zum Beispiel in 3. Mose) viele Einschränkungen und Reinheitsgebote gibt, die das Essen betreffen und die das Volk Gottes einhalten soll, so heißt es schließlich doch im Neuen Testament:

Es gibt nichts, was von außen in den Menschen hineingeht, das ihn unrein machen könnte.   (Markus 7,15)

Die falschen Lehrer verbieten, zu heiraten oder bestimmte Speisen zu essen. Dabei hat Gott doch alles geschaffen, damit jeder, der an ihn glaubt und seine Wahrheit erkannt hat, auch diese Dinge dankbar von ihm annimmt. Denn alles was Gott geschaffen hat, ist gut; und nichts ist schlecht, für das wir Gott danken.   (1. Timotheus 4,3+4)

Kurzum: Alles was Gott Essbares erschaffen hat, dürfen wir auch essen.



Wovor warnt uns Gott?

Was bei vielem anderen gilt, das gilt auch für’s Essen: Wenn man’s falsch anwendet oder übertreibt, kann es uns schaden. Gott warnt uns wiederholt vor dem Fressen und Saufen:

Hütet euch aber, dass eure Herzen nicht beschwert werden mit Fressen und Saufen und mit täglichen Sorgen.   (Lukas 21,34)

Interessant ist hier, dass Fressen und Saufen offenbar nicht nur unserem Magen schadet, sondern auch unserem Herzen, also unserer Seele!

Lasst und ehrbar leben wie am Tage, nicht in Fressen und Saufen, nicht in Unzucht und Ausschweifung, nicht in Hader und Eifersucht.   (Römer 13,13)

Fressen und Saufen steht in einer Aufzählung mit anderen Sünden. Es scheint also nicht nur eine schlechte Angewohnheit zu sein, sondern eine Sünde.

Habt ihr etwa vergessen, dass euer Körper ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch wohnt und den euch Gott gegeben hat?   (1. Korinther 6,19)

Auch wenn es hier nicht direkt ums Essen geht, ist mir dieser Vers wichtig. Macht euch bewusst, dass euer Körper kein Müllschlucker ist, sondern ein Tempel. Also ernährt euren Körper auch dementsprechend respektvoll und tut ihm nicht jeden schädlichen Fraß an!

Zu diesem Punkt noch ein Text aus der Apokryphe Jesus Sirach. Apokryphen sind Texte, die nur in den katholischen Bibeln abgedruckt sind. Luther zählte diese Texte nicht zur Bibel, stufte sie aber zumindest als nützlich zum Lesen ein. Also mal schaun, wie wir uns verhalten sollten, wenn wir zu einer Party eingeladen sind:

Wenn du an einem reich gedeckten Tisch sitzt, dann lass nicht vor Staunen den Mund offen stehen und sag auch nicht: „Das ist mehr, als ich essen kann!“ Denk daran, wie hässlich gierige Augen sind! Von allem, was geschaffen wurde, ist nichts schlimmer als das Auge. Darum muss es auch so oft weinen! Streck nicht die Hand aus nach etwas, worauf dein Tischnachbar blickt; sonst stößt du mit seiner Hand in der Schüssel zusammen.
Lass dir von deinem eigenen Gefühl sagen, was der andere empfindet, und überleg genau, was du tust! Was dir vorgesetzt wird, das iss wie ein Mensch! Schling es nicht in dich hinein, das kann niemand ausstehen! Zeig, dass du dich benehmen kannst, und hör als Erster auf zu essen! Stopf dich nicht voll, sonst fällst du unangenehm auf! Wenn du mit mehreren zusammen bei Tisch sitzt, dann sei nicht der Erste, der zulangt!
Ein Mensch, der sich benehmen kann, braucht nicht viel, um genug zu haben. Wenn er sich dann schlafen legt, hat er auch keine Atembeklemmungen.
Wer sich den Magen voll schlägt, bekommt Bauchschmerzen und kann nicht schlafen. Wer beim Essen bescheiden ist, hat einen gesunden Schlaf, wacht am nächsten Morgen früh auf und fühlt sich wohl.
Hör auf mich, mein Sohn, schlag meinen Rat nicht in den Wind! Eines Tages wirst du mir Recht geben. Bei allem, was du tust, sei vernünftig, dann wirst du auch nicht krank!   
(Sirach 31,12-22)



Was sagt uns Gott zu?

Das Heftigste, was mir diesbezüglich zum Thema Ernährung einfiel, steht in Markus 16. Jesus kündigt dort einige Zeichen an, die an denen sichtbar werden, die an Gott glauben. Und dazu gehört:

Wenn sie etwas Tödliches trinken, wird es ihnen nicht schaden.   (Markus 16,18)

Klar, hier steht nicht, dass wir etwas Tödliches trinken sollen. Also tut das ja nicht! Aber wenn wir trinken und es ist etwas Tödliches dabei, so dürfen wir darauf vertrauen, dass Gott es uns nicht schaden lässt. Ich glaube, dasselbe gilt auch fürs Essen. Bei aller Vorsicht, die geboten sein sollte, finde ich diesen Vers gerade in der heutigen Zeit beruhigend, in der uns durch Gentechnik und Lebensmittelseuchen der Durchblick vernebelt ist. Natürlich sollen wir aufpassen, was wir essen, aber wir können unmöglich alles prüfen. Für den Fall der Fälle will Gott uns vor dem Tödlichen bewahren.

Alles, was Gott geschaffen hat, ist gut, und nichts ist verwerflich, was mit Danksagung empfangen wird; denn es wird geheiligt durch das Wort Gottes und Gebet.   (1. Timotheus 4,4+5)

Den Vers hatten wir eben schon mal, aber ich möchte unterstreichen, dass unser Essen durch das Gebet und unseren Dank geheiligt wird. Ist das nicht schön!? Lasst euer Essen heilig werden, indem ihr mit Gott darüber sprecht! Und wer vor dem Essen oder beim Essen an Gott denkt, der wird wohl automatisch darüber nachdenken, was er isst und wie viel er isst.

Eine Begebenheit am Schluss: Ich bin in einem Hauskreis und als ich dasselbe Thema neulich dafür vorbereitet habe, hatte uns unser Gastgeber – ohne dass er vom Thema wusste – statt Chips oder Schokolade diesmal Äpfel, Möhren und Weintrauben auf den Tisch gestellt. Abgesehen davon, dass sicher Gott diesen Zufall eingerichtet hat, möchte ich euch damit die Idee geben, auch mal bei euch solche Leckereien aus Gottes wunderbarer Schöpfung auf den Tisch zu stellen. Ist lecker und gesund.

In diesem Sinne: Schmecket und sehet, wie freundlich unser Herr ist!