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Gipfel-Message vom 08.05.2009

Thema:
Tue Buße! (bequemer geht's nicht)


Da ich freie Themenwahl für diese Message hatte, fragte ich mich: Worüber predigten eigentlich die großen Männer in der Bibel? Nachfolgend eine kleine Auswahl:

Predigt Nr.1 von Johannes, dem Täufer:

Zu der Zeit kam Johannes der Täufer und predigte in der Wüste von Judäa und sprach: Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen!
Matthäus 3,1-2

Das Predigtthema von Johannes klingt vielleicht ein bisschen altbacken und anstrengend religiös. Ich meine, es gibt ja diesen schönen Spruch: Christen sind nicht besser, aber sie haben’s besser. Und dieser Spruch ist sicher in mancherlei Hinsicht ein wahrer Satz. Auch hier im Gipfeltreffen bekommt ihr öfter mal zu hören: Entspannt euch, lehnt euch zurück – Gott dient euch. Ich sag auch nicht, dass das falsch ist. Aber hier in dem Bibelvers klingt das anders: Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen.

Ein bisschen umformuliert heißt das: Gott ist auf dem Weg zu euch. Wenn ihr wollt, dass Gott an euch handelt, dann tut Buße! Wenn ihr Gottes Action in eurem Leben wollt, müsst ihr Buße tun!

Das klingt also nicht nach Zurücklehnen, sondern eher nach einem guten Stück Anstrengung. Nun könnte man sagen: Ok, das war halt Johannes der Täufer, die alte Spaßbremse. Der lebte ja eigentlich noch wie die Leute im Alten Testament. Aber die Jesus-Revolution kommt ja erst noch. Deswegen...

Predigt Nr.2 von Jesus himself:

Nachdem aber Johannes gefangen gesetzt war, kam Jesus nach Galiläa und predigte das Evangelium Gottes und sprach: Die Zeit ist erfüllt und das Reich Gottes ist herbeigekommen. Tut Buße und glaubt an das Evangelium!
Markus 1,14-15


Wir müssen feststellen: Jesu Predigt klingt ziemlich ähnlich wie die von Johannes. Und es scheint außerdem so, dass dies auf seinen Reisen seine Standardpredigt war. Seine Message lässt sich auf dieses simple Fazit bringen lässt: Tut Buße und glaubt an das Evangelium!

Ok, wer immer noch keine Lust auf Buße hat, kann jetzt immerhin noch einwänden, dass diese Predigt ja vor Jesu Tod und Auferstehung war. Das eigentliche Revolution und das Angenehme für uns begann ja erst danach. Schauen wir uns also einen Ausschnitt aus der ersten großen Predigt in der Apostelgeschichte an, was ja definitiv nach der Auferstehung war:

Predigt Nr.3 von Petrus:

Als sie aber das hörten, ging's ihnen durchs Herz und sie sprachen zu Petrus und den andern Aposteln: Ihr Männer, liebe Brüder, was sollen wir tun? Petrus sprach zu ihnen: Tut Buße und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden, so werdet ihr empfangen die Gabe des Heiligen Geistes.
Apostelgeschichte 2,37-38


Spätestens jetzt wird's Zeit mal nachzuschlagen, was Buße überhaupt bedeutet. Wikipedia hilft uns: In der religiösen Bedeutung ist Buße die Umkehr des Menschen zu Gott, von dem er sich durch die Sünde entfernt hat. Das griechische Wort, das im Neuen Testament mit Buße übersetzt wird, ist metanoia, von noein (denken) und meta (um oder nach), wörtlich also etwa: Umdenken, Sinnesänderung, Umkehr des Denkens.

Halten wir fest: Der Kern der Buße besteht darin, dass wir mit unseren Gedanken umkehren. Weg von der Sünde gucken, hin zu Gott schauen. Unser Sinn soll sich nicht in die Sünde vertiefen, sondern nach Gottes Wegen eifern. Dazu fiel mir noch ein Vers ein, der uns erst vor ein paar Wochen hier im Gipfeltreffen beschäftigte:

Und stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, damit ihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene.
Römer 12,2


Also auch eine Art Bußpredigt. Ändert euer Denken, damit ihr Gottes Willen erkennen könnt. Ihr seht: In der einen Predigt geht es ums Himmelreich, in der anderen ums Evangelium, in der nächsten darum, dass wir den Heiligen Geist empfangen sollen – und hier geht’s nun um die Fähigkeit Gottes Willen zu erkennen. Ich finde das sind alles erstrebenswerte Dinge. Ich will ein Stück vom Himmelreich, ich will dass das Evangelium in meinem Leben wirkt, ich will, dass der Heilige Geist in meinem Leben wirkt und ich will auch Gottes Willen erkennen können. Aber der Ausgangspunkt dafür ist immer Buße.

Ich möchte eigentlich gar nicht so viel zur Buße sagen, außer dass sie Gott ganz offensichtlich unheimlich wichtig ist. Gott will, dass wir mit unserem Leben aufräumen. Gott handelt manchmal ganz souverän, ohne irgendwen zu fragen und er kann Leben von jetzt auf gleich umkrempeln, ohne dass der Mensch auch nur irgendwas dafür tut. Aber das ist nicht die Regel. Die Regel ist, dass Gott sagt:

Unterstellt euch Gott, und widersetzt euch dem Teufel. Dann muss er von euch fliehen. Sucht die Nähe Gottes, dann wird er euch nahe sein. Wascht die Schuld von euren Händen, ihr Sünder, und lasst Gott allein in euren Herzen wohnen, ihr Unentschiedenen! Seht doch endlich ein, wie groß eure Schuld ist; erschreckt und trauert darüber! Dann werdet ihr nicht mehr lachen, sondern weinen; und aus eurer Freude wird Traurigkeit. Beugt euch vor dem Herrn! Erst dann wird Gott euch aufrichten.
Jakobus 4, 7-10


Du kennst die Bereiche deines Lebens, wo du anders lebst, als Gott es will.
Internet, Fernsehen, Videospiele, Alkohol, Sex, falsche Freunde. Es gibt so vieles, das uns - in falsch angewandter Weise - von Gott abhalten und uns ernsten Schaden zufügen können. Du weißt genau, was bei dir schief läuft. Und leider habe ich für dich keine bequemere Botschaft als "Tue Buße!".

Ohne Buße aber kein Himmelreich, kein Evangelium, kein Heiliger Geist, keine Erkenntnis über Gottes Willen und vieles andere mehr.

Ich hätte heute gerne noch eine andere Predigt gehalten, wo es darum geht, was uns Gott alles bietet. Aber doch ganz kurz: Was sind Gottes Schätze für uns? Ich glaube, Jesus starb für uns am Kreuz nicht allein dafür, um uns die Schuld abzunehmen und uns ewiges Leben zu ermöglichen. Ich stelle euch ein paar weitere Schätze vor:

- Jesus hat Spott und Scham über sich ergehen lassen: Ihm wurden Mantel, das letzte Hemd und alles was darunter war von den Soldaten ausgezogen, so dass er sich völlig nackt der Lächerlichkeit preisgab. Der Papst nackt wäre auch schon eine gute Lachnummer, aber hier lachen die Soldaten über den wahrhaftigen Sohn Gottes. Ich glaube, er nahm dieses schamvolle Leiden auf sich, damit wir uns nicht schämen müssen und mit erhobenem Kopf durchs Leben gehen und vor Gott treten können.

- Jesus litt in seinen letzten Stunden bitterste Armut und Mangel, damit wir Überfluss haben. Das Gegenteil von Armut ist nicht Reichtum. Reichtum an sich ist sinnlos. Es hilft weder mir, noch anderen noch Gott, wenn viel Geld auf meinem Konto schlummert. Ich denke nicht, dass Gott uns Reichtum schenken will, aber ich glaube, dass er uns Überfluss geben will. Wir sollen immer noch etwas übrig haben, so dass wir jederzeit davon abgeben könnten.

- Jesus hat sich schlagen lassen und musste Schmerzen leiden, damit Gott uns heute kann.

- Jesus wurde von Gott verlassen, damit Gott uns niemals verlässt und immer ansprechbar ist.

All die Strafe und Gottverlassenheit, die uns hätte treffen müssen, hat den unschuldigen Jesus getroffen. Er ist das vollkommene Opfer, stellvertretend für uns. Und darin will uns Gott unendlich viel schenken: Vergebung von Schuld, ewiges Leben, Befreiung von Scham, Leben im Überfluss, Heilung für Seele und Körper und die Gegenwart Gottes. Das ist das Evangelium. Und solche Angebote entgehen uns, wenn wir unser Denken nicht erneuen, wenn wir uns Gott nicht nähern.

Deshalb: Tue Buße. Setz dich vor Gott hin und sprich die Dinge an, bei denen du Mist baust. Drück Gott die Schlüssel für die dunklen Räume deines Lebens in die Hand.

Ich glaube, dass ist der erste Schritt zur Erneuerung des Denkens. Pass auf, was an Worten und Bildern in dich einströmt. Achte darauf, womit du deine Gedanken fütterst.
Sei ruhig vor Gott und sprich mit ihm, entscheide dich für Veränderung.

Ich möchte dir keine Anleitung für Buße geben. Es kommt erst mal nur auf die Bereitschaft an. Alles andere ergibt sich in deinem persönlichen Gespräch mit Gott. Ich hoffe, ich konnte dir heute Abend zeigen, dass Buße notwendig ist und dass sie sich lohnt.